Sanierungsbedarf bei jedem zweiten Haus auf dem Markt
36% der Immobilien, die 2025 auf immowelt.de zum Kauf angeboten wurden, haben die Energieeffizienzklassen F bis H und sind sanierungsbedürftig. Dies zeigt eine Auswertung des Immobilienportals. Bei Einfamilienhäusern liegt der Anteil sogar bei 52%.
Das Immobilienportal immowelt hat die Energieeffizienzklassen der 2025 auf der Plattform inserierten Häuser und Wohnungen zum Kauf analysiert. Demnach weist ein gutes Drittel (36%) der angebotenen Immobilien nur den Energiestandard F bis H auf und muss modernisiert werden. Besonders schlecht steht es um Einfamilienhäuser, wo 52% eine Energiebilanz von F oder schlechter haben. Bei Eigentumswohnungen beträgt der Anteil dagegen nur 13%.
„Viele Kaufinteressenten stehen vor der Herausforderung, dass die verfügbaren Immobilien einen erheblichen Modernisierungsbedarf aufweisen“, erklärt Dr. Robert Wagner, Geschäftsführer von immowelt. „Das muss im Rahmen der Gesamtinvestition beachtet werden, eröffnet aber auch Spielraum für Preisverhandlungen, wenn die Kosten für die Sanierungsauflagen nachvollziehbar seriös dargelegt werden können.“
Wie die Analyse weiter zeigt, hat sich trotz Einführung der CO2-Steuer Anfang 2021 und der Energiekrise 2022 bei der Verteilung in den vergangenen fünf Jahren wenig zum Positiven gewendet. Der Anteil der energieeffizienten Klassen A+ bis C bei allen zum Kauf angebotenen Immobilien hat sich von 33 auf 30% verringert. Neubauten, die jeweils innerhalb der vergangenen zwei Jahre fertiggestellt wurden, wurden für diese Analyse ausgeschlossen. Immobilien mit Energiestandard D bis E bilden zwar mit 33% noch ein Drittel, deren Anteil sinkt aber laut immowelt tendenziell. Zugenommen hat entgegen der Anteil sanierungsbedürftiger Objekte der Klassen F, G und H: Seit 2021 hat er sich von 28 auf 36% erhöht.
Als mögliche Ursache nennen die Experten von immowelt die Tatsache, dass Eigentümer insbesondere Immobilien mit sehr hohen Verbrauchswerten veräußern möchten. Solche Objekte sind kostspielig im Unterhalt oder büßen an Wert ein. Kaufimmobilien haben dagegen die schlechtesten Energieeffizienzklassen F bis H. Die Hälfte der Einfamilienhäuser, die zum Kauf angeboten werden, sind dringend sanierungsbedürftig.
Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West
Der Vergleich der Stadt- und Landkreise offenbart klare regionale Unterschiede. Über die beste Gebäudesubstanz verfügen tendenziell Städte in Ostdeutschland. So liegt der Anteil der inserierten Immobilien der Kategorie F, G oder H in Rostock nur bei 1%. Auch in Schwerin (5,9%), Dresden (9,1%), Potsdam (9,2%) und Leipzig (9,8%) bewegt sich die Quote der Wohnimmobilien mit sehr schlechter Energiebilanz im einstelligen Prozentbereich.
Zurückzuführen ist dies laut immowelt zum einen auf das historische Erbe der DDR: In Städten wurden im großen Stil Mehrparteienhäuser mit Fernwärme und zentralen Heizwerken errichtet. Der Anteil an Haushalten mit Fernwärmeanschluss liegt in ostdeutschen Bundesländern daher sehr viel höher als im Bundesschnitt. Da in einen Bedarfsausweis die Art der Heizungsanlage einfließt und ein Verbrauchsausweis die tatsächlichen Heizkosten 'der bisherigen Bewohner' berücksichtigt, erfolgt bei Fernwärme meist eine bessere Einstufung. Außerdem gab es nach der Wiedervereinigung insbesondere in den Städten Ostdeutschlands eine massive Sanierungswelle. Somit ist der Gebäudebestand dort insgesamt moderner als in westdeutschen Städten und in vielen ländlichen Regionen.
Den höchsten Sanierungsbedarf weisen im bundesweiten Vergleich eher strukturschwache, ländliche Gegenden auf.
Nach 30, 40 oder mehr Jahren sind Renovierungen erforderlich.
Der Gesetzgeber hat Vorgaben zur energetischen Nachrüstung gemacht, sodass viele Gebäude auf einen neueren Standard gebracht werden müssen.
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt Nachrüstpflichten für den neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf vor. Diese anstehenden Kosten sollten schon beim Kauf eingeplant werden.
Grundsätzlich müssen Öl- und Gas-Standardheizkessel, innerhalb von 2 Jahren nach dem Hauskauf ausgetauscht werden, wenn diese älter als 30 Jahre sind.
Auch die oberste Geschossdecke zu unbeheizten Dachräumen muss eine Wärmedämmung erhalten.
Bei Nichtbeachtung dieser Vorgaben, können Bußgelder laut Energieeinsparverordnung und Energieeinsparungsgesetz (EnEG 2013) bis zu € 50.000,- auf den Hauskäufer zu kommen.
Der Bezirksschornsteinfeger prüft im Rahmen seiner regelmäßigen Feuerstättenschau, ob diese Maßnahmen durchgeführt sind.
Informationen erhalten Sie bei: www.dena.de
Hauskauf: Diese Baujahrgänge bergen böse Überraschungen
Der Besichtigungstermin ist entscheidend: genauso wie das Baujahr des Gebäudes.
Auf den Jahrgang kommt es an – das gilt auch für ältere Häuser. Denn Gebäude können je nach Baujahr typische Schwächen haben und das kann teuer werden.
Soll es der schöne Altbau mit Stuck, der flache Bungalow im Bauhaus-Stil oder doch besser ein erst kürzlich gebautes Haus werden? Bei der Suche nach einer gebrauchten Immobilie sollten Käufer auch auf das Baujahr achten. Denn diese Angabe ermöglicht häufig Rückschlüsse darauf, welche baulichen Mängel einen unter Umständen erwarten.
Bestimmte Probleme können sich nämlich bei bestimmten Häuserjahrgängen häufen und dann teure Sanierungsmaßnahmen nach sich ziehen. Welche Arbeiten bei welchen Jahrgängen oft erforderlich sind und wie Sie diese möglichst umgehen, erfahren Sie hier.
Ist ein Haus aus der Gründerzeit eine sichere Bank?
'Grundsätzlich schon', sagt Fachbuchautor Peter Burk. Denn vor dem 1. Weltkrieg gebaute Gebäude zeichnen sich durch eine stabile Bauweise aus und seien bis heute sehr beliebt.
Allerdings: 'Sie wurden damals oft mit schönem Zierrat aber noch ohne allzu viel Wissen rund um die Bauphysik geplant und gebaut', so Burk.
Wer ein solches Haus kauft, müsse also damit rechnen, dass die Bereiche Wärmeschutz, Schallschutz und Kellerdichtung bei der Errichtung praktisch keine Rolle gespielt haben. 'Auch der Bereich Haustechnik, also Heizung, Wasser, Abwasser, Elektroinstallation, war meist unterentwickelt', erklärt Burk. Häuser aus der Zeit bis 1920 müssten also entsprechend nachgerüstet und modernisiert werden, um den aktuellen Bedürfnissen zu entsprechen.
Die meisten dieser Häuser stehen heute allerdings nicht mehr so da, wie sie einst gebaut wurden. 'Viele Eigentümer haben im Laufe der Jahrzehnte ihre Häuser immer wieder auf ein zeitgemäßes Niveau gebracht', sagt Corinna Kodim vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Sie nennt einige Beispiele: Oft wurden bereits einfache Fenster ausgetauscht, das Dach neu gedeckt, Wände und Decken gedämmt sowie Feuerstätten und Schornsteine erneuert.
Was gilt für Häuser, die vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden?
Nach der Gründerzeit wurden die Häuser einfacher und weniger repräsentativ gebaut. Architekten und Bauherren setzten die Bauhaus-Idee um: klare Linien, schmale Wände, Einfachverglasungen.
Ein Vorteil dieser Häuser: Es wurde damals weitgehend noch keine Bauchemie verwendet. 'Aber wie bei den Gründerzeithäusern ist auch hier die Bauphysik unzureichend – Kellerabdichtungen, Wärmeschutz und Schallschutz sind daher meist ungenügend', lautet die Einschätzung von Burk. Zudem wurden Flachdächer, die in Mode kamen, ihm zufolge vielfach fehlerhaft ausgeführt.
Direkt nach dem Krieg gebaute Häuser – worauf sollte man achten?
Wenn ein Haus unmittelbar nach dem Krieg bis in die 1950er Jahre gebaut wurde, kann der Kauf böse Überraschungen mit sich bringen. Denn: 'Beim unmittelbaren Wiederaufbau wurden oft Materialien aus dem Bauschutt verwendet, die eigentlich nur bedingt geeignet waren', sagt Klaus-Jürgen Edelhäuser von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.
Als Beispiele nennt er verunreinigte Sande oder durch Feuer geschädigte Mauersteine. Kein Wunder: 'Es ging darum, den Menschen möglichst schnell wieder ein Dach über dem Kopf zu verschaffen.'
Sind 1950 bis 1970 gebaute Häuser solider als Nachkriegsbauten?
'Von der Bausubstanz her schon', sagt Peter Burk. Aber auch hier gilt: Wärme- und Schallschutz wurde erst ab den späten 1970er Jahren stärker beachtet. Statt mit Kohle wurde dann zunehmend mit Öl geheizt.
Häuser aus dieser Zeit könnten zudem statische Probleme haben. 'Außerdem können die damals oft verwendeten Folien auf den Flachdächern undicht sein', sagt Corinna Kodim. Ein weiteres Problem seien marode Leitungen, 'durch die im Laufe der Jahre Wasser ins Mauerwerk eindringen konnte.' Wer solch ein Haus kauft, müsse also mit erheblichen Sanierungskosten rechnen – falls das Gebäude nicht schon umfassend modernisiert wurde.
'Außerdem begann in den späten 1950er und dann verstärkt ab den 1960er Jahren der Einsatz von Holzschutzmitteln und Asbest', gibt Edelhäuser zu bedenken. 'Die stecken in den meisten Fällen immer noch in den Häusern.'
Welche Altlasten gibt es in Häusern aus den 1980er Jahren?
'Auch sie können Asbest enthalten', so Edelhäuser. Denn: 'Erst 1993 wurde der Einsatz dieses Materials verboten', erklärt der Fachmann.
Doch Häuser aus den 1980er bis 1990er Jahren haben noch andere Altlasten, etwa Mineralwolle in Dachdämmungen, formaldehydhaltige Bauteile und gefährliche Holzschutzmittel, die zum Beispiel bei Holzverkleidungen an Decken und Wänden verwendet wurden. 'All das kann sie zu aufwendigen Sanierungsfällen machen. Dazu kommt, dass die Sanitärinstallation oft marode und korrodiert ist', so Burk.
Häufig haben diese Häuser auch einen hohen Energieverbrauch. 'Erst Ende der 1970er Jahre wurde Wärmedämmung ein Thema. Vorher hat man sich mit der Gebäudehülle wenig beschäftigt', erklärt Burk.
Sind Häuser, die nach 2000 gebaut wurden, also eine gute Wahl?
Diese Häuser sind viel energieeffizienter als ältere Gebäude. 'Häuser, die 2000 und später gebaut wurden, haben in der Regel einen guten Dämmstandard, eine effiziente Heizung, ein durchdachtes Lüftungskonzept sowie moderne Sanitär- und Elektroinstallationen', sagt Kodim. Aus ihrer Sicht lassen sich diese Gebäude mit überschaubaren Maßnahmen fit für die Zukunft machen, etwa mit einer klimafreundlichen Heizung sowie einer Photovoltaik-Anlage und einer Solarthermieanlage.
Welche Dokumente sollten sich Käufer unbedingt zeigen lassen?
'Ganz wichtig ist der Energieausweis', so Edelhäuser. Denn dieses Dokument 'gibt Auskunft über den energetischen Zustand des Hauses und enthält Empfehlungen und Verpflichtungen zur energetischen Verbesserung.'
Doch das Dokument allein reicht nicht aus, damit Käufer und wissen, was auf sie zukommt. 'Am besten wäre es, wenn der Käufer Einsicht in die komplette Bauakte bekäme', rät Kodim. Dazu gehört auf jeden Fall die Baugenehmigung. Wenn Käufer diese Dokumente nicht haben, sollten sie unbedingt das Bauamt aufsuchen. Denn: 'Liegt keine Baugenehmigung vor, kann es passieren, dass das Haus abgerissen werden muss', so Kodim – und zwar egal, in welchem Zustand das Gebäude ist.
Welche Mängel am Gebäude können richtig teuer werden?
Der energetische Zustand eines Hauses sei weniger problematisch. 'Der lässt sich mit einigem Aufwand auf den aktuellen Stand bringen', so die Einschätzung von Peter Burk. Schwieriger werde es, wenn die Bausubstanz marode sei oder sehr viele Schadstoffe verbaut wurden. 'Dann kann es sein, dass es sich gar nicht lohnt, in so eine Immobilie noch zu investieren.'
Aber auch scheinbare Äußerlichkeiten können die Kaufentscheidung fraglich machen. 'Risse im Mauerwerk, die die Statik gefährden, Hausschwamm, Ungeziefer – all das kann zum Aus eines Hauses führen', warnt Kodim von Haus & Grund.
Edelhäuser gibt zudem zu bedenken, dass auch der Austausch einer veralteten Heizungsanlage sowie die Erneuerung der Sanitär-Elektroinstallationen sehr teuer werden kann.
Fazit
Ältere Häuser sind bei vielen Menschen begehrt, weil sie oft einen eigenen Charme haben, in schönen Gegenden sowie inmitten einer gewachsenen Infrastruktur stehen. Doch solche Gebäude haben auch ihre Zipperlein, die Käufer nicht unterschätzen sollten.
Tipp: Am besten fragen Sie vor dem Kauf einen unabhängigen Fachmann, welche Maßnahmen Sie auf jeden Fall in Angriff nehmen sollten und mit welchem finanziellen Aufwand diese Kaufentscheidung verbunden ist.
(Quelle: Christin Klose/dpa)
Vom sanierungsbedürftigen Haus zum nachhaltigen Zuhause
Etwa 30 % des CO2-Ausstoßes in Deutschland geht auf Gebäude und ihre Energieversorgung zurück. Wer eine gebrauchte Immobilie kauft und sie energieeffizient und nachhaltig saniert, leistet deshalb einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Mit welchem Sanierungsbedarf ist bei Häusern unterschiedlicher Baujahre zu rechnen – und welche Förderung gibt es für die energieeffiziente Modernisierung? Und auf was gilt es beim nachhaltigen Neubau zu achten? Antworten darauf finden Sie auf dieser Seite.
Tipps einer Expertin für die verschiedenen Baujahrgänge
Unsere Moderatorin Marie Droste zeigt Ihnen zusammen mit der Expertin für Energieeffizienz Prof. Dr. Natalie Eßig, worauf bei Sanierung oder Neubau zu achten ist – anhand von Beispielen für die unterschiedlichen Baujahrgänge.
Mehr zu den verschiedenen Baujahrgängen
Erfahren Sie mehr zu den baulichen Besonderheiten der unterschiedlichen Baujahre und dem individuellen Sanierungsbedarf.
Vor 1949 erbaute Häuser
Ob Gründerzeitbau oder Wohngebäude der 1920er- oder 1930er-Jahre: Erfahren Sie, worauf es beim Kauf einer vor 1949 erbauten Immobilie zu achten gilt, um diese zu einem nachhaltigen Zuhause zu machen – und wie viel Förderung Sie für die Sanierung erhalten können.
Typischer Sanierungsbedarf
Schöne Fassaden, rustikale Holzböden und elegante Fenster: Häuser, die vor 1949 erbaut wurden, haben oft einen besonderen Charme.
Trotz ihrer guten Bausubstanz haben sie aufgrund ihres Alters in der Regel – je nachdem, wann sie das letzte Mal renoviert wurden – in den folgenden Bereichen Sanierungsbedarf:
- Wärmedämmung: Häuser aus dieser Zeit sind oft wenig bis gar nicht gedämmt. Deswegen ist eine Prüfung und gegebenenfalls Verbesserung der vorhandenen Wärmedämmung ratsam. Erhaltenswerte historische Fassaden sind am besten von innen zu dämmen.
- Keller: Kellerböden und -wände sind häufig unzureichend gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet. Bei der Modernisierung wird das nachgeholt.
- Haustechnik: Heizung, Elektrik, Rohrleitungen usw. sind häufig veraltet und eine Erneuerung ist notwendig.
Erneuerbare Energien:
Um sicherzustellen, dass Sie in Ihrem neuen Zuhause auch selbst erneuerbare Energie erzeugen können, ist es eine gute Idee, zu prüfen, wo sich etwa Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen installieren lassen und ob genug Fläche dafür zur Verfügung steht.
Fenster: Oft sind noch Fenster aus der Bauzeit mit Einfachverglasungen vorhanden. Diese lassen sich gut sanieren und in Form eines Kastenfensters, also mit einem neuen inneren Fenster ergänzen. Wichtig: Fenster und Wärmedämmung müssen gut aufeinander abgestimmt sein, damit keine Wärmebrücken entstehen.
„Wenn Sie ein Haus dieses Jahrgangs kaufen, sollten Sie besonders darauf achten, bei der Sanierung den historischen Charakter zu erhalten“, sagt die Expertin für Energieeffizienz Prof. Dr. Natalie Eßig.
Wichtig: Denkmalschutz
Rund 8 % der Gebäude der Gebäude in Deutschland stehen unter Denkmalschutz. Auch in renovierten Bauten können sich viele Bauteile, wie Holzbalken-Decken oder Fachwerkwände finden, die geschützt werden müssen. Das kann eine Bauexpertin bzw. ein Bauexperte für Denkmal vor dem Kauf des Gebäudes überprüfen. Die Herausforderung: Historische Holzbalkendecken und Fachwerk an die modernen Anforderungen anpassen – immer in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt. Für die Dämmung von Fachwerk kann möglicherweise eine Innendämmung sinnvoll sein.
Bestehende Ressourcen verwenden
Wer darüber nachdenkt, eine Immobilie aus dieser Zeit zu kaufen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass wahrscheinlich eine Komplettsanierung nötig sein wird. Dabei lässt sich vieles, was schon verbaut ist, wiederverwenden, um Ressourcen zu sparen und den optischen Charme der Gebäude zu erhalten: Kastenfenster können etwa aufgearbeitet und neu verglast werden. Alte Holzfußböden lassen sich nach der Dämmung wieder einbauen.
Mit einer Sanierung können Sie mit Häusern dieser Baujahre sehr gut die Effizienzhaus-Stufe 85 oder besser erreichen. Wenn es sich um ein Baudenkmal oder ein Gebäude mit besonders erhaltenswerter Bausubstanz handelt, kommt sogar die Effizienzhaus-Stufe Denkmal infrage. In beiden Fällen gibt es attraktive Förderungen.
„Der Bestand ist unsere Bauressource der Zukunft. Wichtig bei der Sanierung ist ein sensibler Umgang mit der Bausubstanz und ein auf das Gebäude zugeschnittenes Konzept. Gerade bei Gebäuden dieser Zeit sind Standardsanierungskonzepte keine Lösung“, sagt die Expertin für Energieeffizienz Prof. Dr. Natalie Eßig.
Eine solche Sanierung ist mit Aufwand verbunden, aber im Hinblick auf den Wohnkomfort alle Mühe wert.
Bauexpertinnen und -experten
Vor dem Kauf ist es wichtig, die Immobilie auf jeden Fall von einer Bauexpertin oder einem Bauexperten bzw. von Expertinnen und Experten für Energieeffizienz prüfen zu lassen. Letztere können zugleich sinnvolle Sanierungsschritte empfehlen und über mögliche Förderungen beraten. Geeignete Expertinnen und Experten für Energieeffizienz finden Sie in der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes bei der Deutschen Energie-Agentur (dena).
Häuser der 50er, 60er und 70er
Sie interessieren sich für ein Haus aus den 1950er-, 1960er- oder 1970er-Jahren? Erfahren Sie, worauf es beim Kauf einer Immobilie aus dieser Zeit zu achten gilt, wenn Sie diese energieeffizient sanieren wollen – und wie viel Förderung Sie dafür bekommen können.
Typischer Sanierungsbedarf
Ein Einfamilienhaus mit schönem Garten: Viele Gebäude, die von 1950 bis Ende 1970 entstanden, entsprechen diesem klassischen Bild. Sie zeichnen sich durch Funktionalität, Zeitlosigkeit und oft schlichte Ästhetik aus. Abhängig davon, wann sie das letzte Mal modernisiert wurden, haben die Gebäude häufig in folgenden Bereichen Sanierungsbedarf
Dämmung: Die Wände, Türen und Fenster sind häufig nicht ausreichend isoliert.
- Dach- und Kellerdämmung fehlen oft komplett. Hier ist es ratsam, nachzubessern.
- Schadstoffe: In manchen Häusern dieser Jahre könnten Stoffe verbaut worden sein, von denen wir heute wissen, dass sie gesundheitsschädlich sind – zum Beispiel bestimmte Arten von Holzschutzmitteln. Diese sollten entfernt werden.
- Haustechnik: Heizung und Elektrik sind manchmal veraltet, sodass eine Erneuerung sinnvoll wäre.
- Sanitäranlagen und Heizung: Bei Bädern und Heizungen von Häusern aus diesen Jahren ist es in der Regel an der Zeit für eine vollständige Erneuerung.
- Die KfW fördert auch die Barrierefreiheit bei der Sanierung von Bädern.
- Erneuerbare Energien: Um sicherzustellen, dass Sie in Ihrem neuen Zuhause auch selbst erneuerbare Energie erzeugen können, ist es eine gute Idee, zu prüfen, wo sich etwa Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen installieren lassen und ob genug Fläche dafür zur Verfügung steht.
Wichtig: Baumaterialien
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fehlte es auch an Baustoffen. Deshalb wurde in den Jahren danach häufig mit Trümmer-Materialien gebaut. Das kann sich sogar negativ auf die Statik auswirken. Für Interessentinnen und Interessenten ist es deshalb hilfreich, vor dem Notarbesuch in Erfahrung zu bringen, mit welchen Stoffen das Haus errichtet wurde. Dazu empfiehlt es sich, eine Bausachverständige oder einen Bausachverständigen das Haus untersuchen zu lassen oder in der Nachbarschaft zu fragen, welche Erfahrungen es bei vergangenen Sanierungen gab.
Energieeffiziente Sanierung
Mit einer Sanierung können Sie mit Häusern dieser Jahrgänge sehr gut die Effizienzhaus-Stufe 85 oder besser erreichen – und eine attraktive Förderung erhalten.
„Gebäude dieser Zeit bieten eine hohe Wohnqualität im Innen- und Außenraum“, erklärt die Expertin für Energieeffizienz Prof. Dr. Natalie Eßig. „Wer sich für ein solches Haus entscheidet, trägt auch dazu bei, den zunehmenden Flächenbedarf zu reduzieren.“
Bauexpertinnen und -experten
Vor dem Kauf ist es wichtig, die Immobilie auf jeden Fall von einer Bauexpertin oder einem Bauexperten bzw. von Expertinnen und Experten für Energieeffizienz prüfen zu lassen. Letztere können zugleich sinnvolle Sanierungsschritte empfehlen und über mögliche Förderungen beraten. Geeignete Expertinnen und Experten für Energieeffizienz finden Sie in der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes bei der Deutschen Energie-Agentur (dena).
50er Jahre
Egal, ob es sich um ein klassisches Wohnhaus im Speckgürtel oder ein Mehrfamilienhaus im innerstädtischen Raum handelt – die Bauweise der Häuser aus den 1950er-Jahren ist geprägt von Effizienz und Minimalismus. Das lässt sich nicht nur an den eher dünnen Außenwänden mit kleinen Fenstern erkennen, sondern auch an der Konstruktion im Inneren. Oft wurden die Geschossdecken mit Stahlbeton versehen, was eine kostengünstige und zugleich robuste Bauweise ermöglichte.
60er Jahre
Mit dem Wiederaufleben der Wirtschaft fanden auch wieder innovativere Ansätze Platz im Gebäudebau. Häuser aus den 60er-Jahren haben oft großformatige Fenster, Flachdächer und Außenwände aus Mauerwerk und Beton. Die Wohnungen sind zudem großzügig und modern geschnitten.
70er Jahre
Wohnhäuser aus den 70er-Jahren wurden oft mit Fertigteilbausystemen gebaut. Zahlreiche Gebäude zeichnen sich durch ihr massives und uniformes Erscheinungsbild aus.
